„Ich will die Chronistin dieser Zeit werden“

Etty Hillesums Tagebücher und Briefe 1941-1943

09.03.23
19:00 Uhr

Neun Monate nach der deutschen Besatzung der Niederlande begann die siebenundzwanzigjährige Etty Hillesum (1914-1943) unter dem Eindruck einer Psychotherapie, ein Tagebuch zu schreiben. Sie wollte Ordnung in ihr Leben bringen, den Dingen auf den Grund gehen, Gott finden, aber auch Zeugin des Schicksals ihres Volkes werden. Inmitten des Schreckens berichtet sie von der Suche nach Einfachheit und Achtsamkeit und schließlich nach Licht in der „Hölle auf Erden“. Die erlebte sie seit dem Sommer 1942 im Durchgangslager Westerbork, wo sie für den Amsterdamer „Judenrat“ in der „Sozialen Versorgung der Aussiedler“ arbeitete. Ihre Briefe aus dieser Zeit beschreiben den täglichen Horror. Am 7. September 1943 wurde Etty Hillesum selbst nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ist dort umgekommen.

Die Tagebücher der jungen Niederländerin Etty Hillesum sind ein bewegendes Dokument des Holocaust und viel mehr als das: Sie wurden als philosophische Lebenskunst, Mystik des Alltags und Ethik des Mitleidens gerühmt. Vor allem sind sie aber auch eins: große Literatur. Auszüge aus den Tagebüchern sind ein Weltbestseller geworden. Mit dieser Ausgabe liegen erstmals Etty Hillesums sämtliche Schriften in deutscher Sprache vor. Wir diskutieren das Gesamtwerkt und hören gelesene Textpassagen.

Diese Veranstaltung wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Termin
Do, 09.03.23
19:00 Uhr

Ort
Livestream bzw. Evangelische Stadtakademie München
Herzog-Wilhelm-Str. 24
80331 München

Kosten
Präsenz-Ticket: 7,00 €
Stream-Ticket: 7,00 €

anmelden

Prof. Dr. Pierre Bühler
Professor em. für Systematische Theologie an der Universität Zürich, befasst sich seit Längerem mit Etty Hillesums Leben und Werk und ist Herausgeber der deutschen Werkausgabe.

Prof. Dr. Andrea Löw
Honorarprofessorin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Mannheim und Stellvertretende Leiterin des Zentrums für Holocaust-Forschung.

Anuschka Tochtermann (Lesung)
Schauspielerin (München)

„Ich will die Chronistin dieser Zeit werden“

Etty Hillesums Tagebücher und Briefe 1941-1943

09.03.23 | 19:00 Uhr | anmelden


Neun Monate nach der deutschen Besatzung der Niederlande begann die siebenundzwanzigjährige Etty Hillesum (1914-1943) unter dem Eindruck einer Psychotherapie, ein Tagebuch zu schreiben. Sie wollte Ordnung in ihr Leben bringen, den Dingen auf den Grund gehen, Gott finden, aber auch Zeugin des Schicksals ihres Volkes werden. Inmitten des Schreckens berichtet sie von der Suche nach Einfachheit und Achtsamkeit und schließlich nach Licht in der „Hölle auf Erden“. Die erlebte sie seit dem Sommer 1942 im Durchgangslager Westerbork, wo sie für den Amsterdamer „Judenrat“ in der „Sozialen Versorgung der Aussiedler“ arbeitete. Ihre Briefe aus dieser Zeit beschreiben den täglichen Horror. Am 7. September 1943 wurde Etty Hillesum selbst nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ist dort umgekommen.

Die Tagebücher der jungen Niederländerin Etty Hillesum sind ein bewegendes Dokument des Holocaust und viel mehr als das: Sie wurden als philosophische Lebenskunst, Mystik des Alltags und Ethik des Mitleidens gerühmt. Vor allem sind sie aber auch eins: große Literatur. Auszüge aus den Tagebüchern sind ein Weltbestseller geworden. Mit dieser Ausgabe liegen erstmals Etty Hillesums sämtliche Schriften in deutscher Sprache vor. Wir diskutieren das Gesamtwerkt und hören gelesene Textpassagen.

Diese Veranstaltung wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.


Mit

Prof. Dr. Pierre Bühler
Professor em. für Systematische Theologie an der Universität Zürich, befasst sich seit Längerem mit Etty Hillesums Leben und Werk und ist Herausgeber der deutschen Werkausgabe.

Prof. Dr. Andrea Löw
Honorarprofessorin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Mannheim und Stellvertretende Leiterin des Zentrums für Holocaust-Forschung.

Anuschka Tochtermann (Lesung)
Schauspielerin (München)


Termin
Do, 09.03.23
19:00 Uhr

Ort
Livestream bzw. Evangelische Stadtakademie München
Herzog-Wilhelm-Str. 24
80331 München

Kosten
Präsenz-Ticket: 7,00 €
Stream-Ticket: 7,00 €


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